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Mit christlichen Liedern Rückschläge meistern
Von Olaf Kubasik
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| Astrid Barnowsky: "Der Erfolg im Heilbronn-Lied-Wettbewerb hat mich ermutigt, mit der Musik weiterzumachen." (Foto: Kubasik) |
Heilbronn-Lied-Sängerin Astrid Barnowsky aus Bönnigheim veröffentlicht erstes Album · Ein Leben mit Jesus Christus
MIT DEM TOD eines lieben Verwandten geht jeder Mensch anders um. Mancher fällt in ein tiefes Loch, aus dem er nur schwer oder garnicht mehr herausfindet. Mancher versucht, die Trauer zu verdrängen. Und mancher setzt sich mit dem Verlust stetig auseinander, um besser verarbeiten zu können. Astrid Barnowsky (45) aus Bönnigheim hat ihren eigenen Weg gefunden. Als ihr jüngerer Bruder Alex vor einem Jahr nach schwerer Krankheit verstarb, hat ihm die Freie Christin das Lied "Abschied" geschrieben, das auf ihrem jetzt erschienenen, ersten Album "Deine Spur in meinem Herzen" (veröffentlicht im christlichen Verlagshaus Hänssler in Holzgerlingen) zu finden ist. "Wir werden beten, wir dürfen hoffen, dass Gott uns im Himmel vereint, was in Ewigkeit herrlich sein wird", heißt es in dem Abschiedssong.
IN CHRISTLICHEN KREISEN ist Astrid Barnowsky schon lange keine Unbekannte mehr. Weniger "gottesfürchtigen" Menschen hingegen dürfte sie höchstens als Siegerin des Heilbronn-Lied-Wettbewerbs etwas sagen. Heilbronns Stadtmarketing-Chef Bernhard Winkler wollte einst eine "Hymne für Heilbronn" schaffen, die fortan zu jedem feierlichen Anlass der Stadt gesungen werden sollte. Lautstark verkündete er: "Das wird beste Werbung für die Stadt Heilbronn." Und rief deshalb gemeinsam mit dem Radiosender SWR4 einen Sangeswettbewerb ins Leben, bei dem sich Barnowsky im Oktober 2002 gegen rund 70 Bewerber durchsetzte.
EIN PAAR MAL durfte Astrid Barnowsky dann ihre selbstkomponierte Hymne zum Besten geben - 2002 bei der Abschlussfeier des Blumenschmuckwettbewerbs, bei der Eröffnung des Neckarfestes 2003 und im selben Jahr auf der Weindorf-Live-Bühne. Seitdem scheint sich Bernhard Winkler an seine großen Worte von damals nicht mehr zu erinnern. Aber dennoch kann Barnowsky der Heilbronn-Lied-Geschichte etwas Positives abgewinnen: "Der Erfolg im Wettbewerb hat mich ermutigt, mit der Musik weiterzumachen."
MUSIKALISCH sei Astrid Barnowsky bereits zu Schulzeiten gewesen - das habe ihr ihr Musiklehrer an der Heilbronner Helene-Lange-Realschule attestiert. "Mit 20 Jahren bekam ich ein Klavier und nahm Unterricht." Nach einer klassischen Grundausbildung suchte sie sich einen Lehrer für Improvisation, Liedbegleitung, Blues und paukte Harmonielehre. "Erste Kompositionen entstanden, und ich hatte das Glück, dass immer jemand da war, der für meine Lieder Arrangements erarbeitete."
MIT 23 JAHREN begreift Astrid Barnowsky, dass Jesus Christus ihr ganz persönlicher Heiland und Erlöser ist: "Ich entschied mich ganz bewusst für ein Leben mit ihm." Sie gründet zusammen mit mehreren Musikern die christliche Band SOS-music, tourt durch ganz Deutschland. Dank der Musik lernt sie ihren heutigen Mann Eduard (47) kennen. Der Fachlehrer an der Lauffener Kaywaldschule für geistig und körperlich Behinderte ist auch Hobby-Musiker (Schlagzeug, Gitarre). Fortan treten die beiden gemeinsam auf, 1984 heiraten sie. Nach der Geburt ihres ersten Kindes Lea Rebecca 1985 kehrt die gelernte Bauzeichnerin Beruf und Musik erstmal den Rücken, um ganz "Mutter und Hausfrau" zu sein. Ein Jahr später erblickt dann David Jonathan das Licht der Welt. Nach einer Fehlgeburt ("Mein Trost kam vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat!") gebiert sie 1997 Andreas Leonard und 1999 Tobias Benjamin.
DIE FAMILIE steht bei Astrid Barnowsky im Mittelpunkt. Ihre Freuden und Leiden - wie die mittlerweile überstandenen Krebserkrankungen ihres Mannes und ihres ältesten Sohnes - verarbeitet sie in Liedern. Und was macht die 45-Jährige, wenn sie nicht gerade Mutter, Musikerin oder Hausfrau ist? "Ich höre klassische Musik - bevorzugt Chopin - oder verbringe Zeit im Gebet."
Originalseite Echo am Sonntag
